06.07.2018 - Allerlei

«Bäckerssohn»

von Raffael Schefer

Die Bäckerei Schefer AG ist ja seit über 60 Jahren ein Familienbetrieb. Ich führe das Unternehmen bereits in der 3. Generation. Mit unseren zwei Söhnen ist die vierte Generation bereits auf der Welt. Aber ob sie das Unternehmen irgendwann ebenfalls weiterführen werden, steht natürlich noch in den Sternen und ist kein Thema für diesen Blog.

Doch etwas aus unserem Familienalltag möchte ich hier trotzdem kurz verraten. Das grösste Highlight für unseren 4-jährigen Sohn ist jeweils die Mehllieferung von der benachbarten Grotzenmühle. In diesem Moment hält ihn kein Lego, kein Leiterlispiel, kein Trotti, einfach gar nichts mehr. Dann möchte er nur noch dem Müller Thomas Anderes zuschauen, wie das Mehl ausgeladen wird und er vergisst die Welt um sich herum. Und Hand aufs Herz: wie viele Bäckereien in der Schweiz können das Mehl noch direkt aus der unmittelbaren Nachbarschaft beziehen? Da fühlen wir uns definitiv privilegiert. Und jetzt verrate ich euch noch etwas: auch ich habe mich als kleiner Bub jedes Mal riesig gefreut, wenn dazumal noch der Vater von Thomas Anderes das Mehl angeliefert hat. Ob eine solche Freude wohl vererbbar ist?


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Meine Zukunftsvision: Bäckerei Schefer 2.0

Per 1. Januar 2019 durfte ich zusammen mit meiner Frau Lucia die Bäckerei Konditorei Schefer vollständig von meinen Eltern übernehmen. Natürlich mache ich mir auch immer wieder Gedanken, wie sich das Zukunftsthema Digitalisierung in unserem Betrieb auswirken wird. Täglich setzen wir uns damit auseinander, was wir vereinfachen können, ohne dass das Handwerk darunter leidet. Hier gebe ich euch einen Einblick in meine Gedanken, wie unser Betrieb bis im Jahr 2030 funktionieren könnte: In der Backstube In der Backstube spielen digitale Helfer eine immer grössere Rolle. Beispielsweise können Rohstoffe und Zutaten automatisch abgewogen werden, sich Maschinen miteinander vernetzen oder Öfen selbstständig gereinigt werden. Doch mir und vermutlich der gesamten Bäckerbranche ist es wichtig, dass die Digitalisierung nicht zu einer Industrialisierung des Backens führt. Im Gegenteil, sie soll uns in der Backstube vielmehr von Routinearbeiten entlasten, damit wir uns noch stärker auf das Handwerk konzentrieren können. Bestell- und Kassawesen Das Bestell- und Kassawesen ist vollständig automatisiert. Mussten wir noch vor ein paar Jahren alle Bestellungen von Hand aufschreiben und weitergeben, geschieht dies 2030 vom Kunden in die Backstube vollautomatisiert. Soziale Netzwerke und Messenger-Dienste Die meisten Branchenvertreter sind sich einig, dass auch die Aussenwirkung der Bäckereien und die Bewerbung der Produkte darüber entscheidet, wer am Markt besteht. Dabei spielen die sozialen Netzwerke und Messenger-Dienste wie z.B. WhatsApp eine wichtige Rolle, über die wir als Betrieb verstärkt Marketing und Personalsuche betreiben werden. Eine grosse Herausforderung des Bäckerhandwerks sind die fehlenden Fachkräfte. Deshalb sind wir bestrebt, ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben und weiterhin viel Zeit in die Lehrlings-ausbildung zu investieren. Und sonst noch Unsere digitale Zukunft sehe ich ausserdem als Abgrenzung von Industriebetrieben in der Individualisierung der Produkte, vermehrtes Zusammenspiel zwischen Online-Bestellungen und Filialen, auch 3D-Drucker für personalisierte Torten-Verzierungen könnten eine Rolle spielen und wer weiss, vielleicht liefern wir unsere feinen Backwaren schon bald ofenfrisch per Drohne an euch aus!  

16.01.2019 - Allerlei

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